Unser Kiez
15.03.2009, 13:11 Uhr
 
Ein Ort der Hoffnung und des Trosts - Die Immanuelkirche
von Nadine Mittag

Für viele Menschen ist die Kirche ein Ort, an dem sie tief in sich gehen aber auch über Probleme, Ängste und Sorgen mit jemandem sprechen können, der ihnen mit seelischem Beistand zur Seite steht. Gleichzeit schenkt die Kirche vielen Menschen Hoffnung und macht ihnen Mut, die Dinge im Leben anzunehmen und mit ihnen zurechtzukommen, die sich oft nicht ändern lassen. Auch wir in unserem Ortsverband können mit der Immanuelkirche ein besonders schönes Exemplar vorweisen.
Foto: Sebastian Ruß
Im Süden des Prenzlauer Bergs, genau an der Ecke Prenzlauer Allee und Immanuelkirchstraße steht die Immanuelkirche. Die Bauarbeiten dafür begannen im Jahre 1891 und die Grundsteinlegung fand am 12. Juni 1892 statt. Das nötige Bauland stellte freundlicherweise die Großgrundbesitzerfamilie Bötzow zur Verfügung, während die benachbarte Georgengemeinde die Kosten für den Bau in Höhe von circa 300. 000 Goldmark übernahm. Die Schirmherrschaft übernahm, wie bei den meisten Kirchenneubauten, die damalige Kaiserin Auguste Viktoria. Somit war es nur selbstverständlich, dass das Kaiserpaar bei der Einweihung der Immanuelkirche am 21. Oktober 1893 unter den Anwesenden war.
 
Die Kirche stellt einen neoromanischen, rechteckigen Verblendbau aus roten Klinkern mit einem oktogonalen Choranbau dar. Dieser geht auf die Entwürfe des Architekten Bernhard Kühn zurück. Prägnant ist ebenfalls der 68 Meter hohe Turm mit achteckigem Spitzhelm. Im Inneren des Turms befinden sich 3 gusseiserne Glocken, die exakt auf die Töne fis, dis und a abgestimmt wurden. Den Turmunterbau schmücken die Statuen der 4 Evangelisten. Das Eingangsportal bildet ein großes, farbiges Mosaikbild mit der Darstellung eines segnenden Jesus Christus. Im ersten Weltkrieg blieb die Immanuelkirche weitestgehend verschont, jedoch wurden in den Jahren 1944/1945 der Kirchturm, das Dach und die Decke des Kirchenschiffs sowie das Dach des Gemeindehauses relativ stark beschädigt. Glücklicherweise konnten die Schäden sehr bald nach Kriegsende behoben werden.
Wunderschön gestaltet ist auch das Kircheninnere, das bis heute original erhalten geblieben ist. Die Decke ist mit edlen Tempelmalereien verziert, in deren flächenhaften Ornamenten vier Medaillons biblische Szenen aufzeigen.
 
Nach über 100 Jahren wäre eigentlich eine Sanierung des Kirchengebäudes nötig. Aus diesem Grunde sammelt die Immanuelgemeinde seit dem Jahre 1999 Spenden. Da Fleiß bekanntlich belohnt wird, konnten immerhin schon der Dachstuhl und die Dachfenster repariert werden. Trotz allem bedarf es noch weiterer Spenden um die restlichen Arbeiten ausführen zu können.

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