Unser Kiez
25.05.2009, 10:16 Uhr
 
Ein Ort der Besinnung - der Jüdische Friedhof
Von Nadine Mittag

In dieser Woche berichten wir von einem Ort, an dem die meisten Menschen ihre letzte Ruhe finden. Der Tod und das Sterben sind unweigerlich mit dem Leben verknüpft, auch wenn man dieses sensible Thema gerne aus seinen alltäglichen Gedanken verdrängt. Genauer gesagt, geht es um den Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee, auf dem viele berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Ganz in der Nähe des Senefelderplatzes, in der Schönhauser Allee 23-25, ist der Jüdische Friedhof gelegen.Diesen erwarb die Jüdische Gemeinde im Jahre 1824 für eine Summe von 5800 Talern vom Meiereibesitzer Wilhelm Gotthold Büttner. Die Größe des Grundstücks betrug etwa 5 Hektar und so wurde der Friedhof nach den Plänen des Stadtbaurats Friedrich Wilhelm Langerhans angelegt und konnte am 29. Juni 1827 unter der Anwesenheit des Rabbiner Jacob Joseph Oettinger mit der Beisetzung einer Sara Meyer, geb. Bender, eingeweiht werden.
 
Der Friedhof umfasst bis heute etwa 22 800 Einzelgräber und etwa 750 Familiengräber. Gleichzeitig stellt der Jüdische Friedhof den ältesten erkennbaren jüdischen Begräbnisort der gesamten Stadt Berlin dar. Bis zum Jahre 1880 wurden hier alle in Berlin verstorbenen Juden beigesetzt. In den 1970er Jahren fanden die letzten vereinzelten Beerdigungen statt.
Die Juden hatten eine sehr einheitliche jüdische Friedhofskultur, die sich jedoch im Zuge ihrer Gleichberechtigung im 19. Jahrhundert zunehmend lockerte und teilweise der Umgebung ringsherum anpasste. So entstanden, erst auf den Rückseiten der Grabsteineund später auch auf denVorderseiten deutsche Inschriften, die das alte hebräische Schema verdrängten. Ebenso ließen sich sehr leicht die gesellschaftliche Stellung und der materielle Wohlstand der Menschen an den Grabstellen erkennen.
 
Mit dem Zweiten Weltkrieg kam dann auch die Zerstörung, bei der die Eingangsbebauung samt Trauerhalle zerstört und einige Grabstätten zerstört wurden. Nach dem Jahre 1990 erfolgte eine umfassende Restaurierung, bei der jedoch leider nicht alle Grabstätten und Grabsteine wiederhergestellt werden konnten. Doch durch den Bau eines Lapidariums fand man dennoch einen würdigen Ort für die beschädigten Grabsteine. In ihm stehen mehr als 60 Grabsteine aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, sowie Schautafeln über jüdische Trauerrituale.
 
Zwischen Senefelderplatz und Kollwitzplatz, an der Außenseite des Friedhofs erstreckt sich der etwa 400 Meter lange und sieben Meter breite „Judengang“. Man vermutet über seine Entstehung, dass dieser Weg zu einem Hintereingang des Friedhofs angelegt werden musste, weil der damalige König Friedrich Wilhelm III. auf dem Weg zu seinem Lustschloss Schönhausen keinem Leichenzug begegnen wollte.
 
Der Jüdische Friedhof in der Schönhauser Allee beherbergt Grabstätten berühmter Persönlichkeiten wie Max Liebermann (Maler) , David Friedländer ( Autor und Fabrikant) und Giacomo Meyerbeer (dt. Komponist und Dirigent).

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