CDU Prenzlauer Allee
31.03.2014, 20:30 Uhr
Diskussionsabend zur Ukraine
Unser Mitglied Gerald Praschl berichtet zur Krise in der Ukraine
Am Montag den 31. März 2014 lud die CDU Prenzlauer Allee zu einem Vortragsabend mit anschließender Diskussion zu den Hintergründen der Krim-Krise in das Restaurant „Kissingeneck“ in Alt-Pankow. Referent war unser Mitglied Gerald Praschl. Praschl ist Chefreporter der SuperIllu und Betreiber eines fundierten Blogs über Osteuropa, dem East-Blog.
Restaurant \"Kissingeneck\" - Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges bereist Praschl privat und als Chefreporter des auflagenstärksten Magazins in Mitteldeutschland, der SuperIlu, regelmäßig die Staaten Ost- und Mitteleuropas. Auf diesen Reisen interviewt er nicht nur die führenden Politiker, Bürgerrechtler und Intellektuelle für seine ausführlichen Reportagen, sondern begegnet Land und Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten als klassischer Reporter "alten Schlags". Da Praschl selbst des Russischen mächtig ist, kennt er so die unterschiedlichsten Zwischentöne in der komplexen und hochexplosiven geopolitischen Gemengelage aus erster Hand.

Praschl leitete den Vortrag mit Hintergrundwissen zur Ukraine ein und warnt, dass wir das 46 Millionen Seelen-Land als sechstgrößtes Land Europas aus dem Blickfeld verloren haben. "Die sehr bedrohliche Krise trägt dazu bei, den Eisernen Vorhang des Nichtwissens aufzubrechen.", sagt er. Dass das nötige Wissen fehlt diesen Konflikt zu beurteilen, könne man an der Medienberichterstattung der letzten Wochen sehen. In der aktuellen Ausgabe des Spiegels würden die verschiedenen Typen, die derzeit mitdiskutieren und sich einer Meinung verschreiben ohne dabei auf ein historisches Wissen zurückzugreifen, herausgestellt. Den aktuellen Missstand in der Kenntnis der Geschichte greift Praschl auf und geht auf eben diese ein: "Ukraine" bedeutet "an der Grenze". Diese Grenze bestehe in der Tat, da das Land zwischen den von Moskau einerseits und vom Westen auf der anderen Seite beherrschten Kreis liegt. Zwischen 1933 bis 1945 erlag die Ukraine Angriffen von beiden Seiten, sowohl von den Nazis als auch von der Sowjetunion. Bis heute liegen Massengräber der ermordeten Juden noch so, wie sie nach dem Angriff der SS angelegt wurden. Der sowjetische Teil der Ukraine wurde in einem Völkermord flächendeckend in die Hungersnot getrieben. Später wurden die Ukrainer Opfer des großen Terrors hauptsächlich unter der Macht von Parteifunktionären, anschließend zogen die Sowjets ein. Weiterhin nicht zu vergessen ist die Katastrophe von Tschernobyl 1986, die bis heute eine riesige Fläche unbewohnbar machte. Heute ist die Ukraine ein zerrütteter Staat in der die Menschen kein Vertrauen zu ihren Staatsorganen haben. Die volkswirtschaftlichen Zahlen seien katastrophal, was auf die Schattenwirtschaft zurückzuführen ist.

Unter dem Angesicht des zugefügten Unrechts in der Historie des Landes hat die Ukraine unsere besondere Aufmerksamkeit verdient und es besteht eine Verantwortung der Deutschen gegenüber diesem Land. Eine Aussage wie "Die sind halt anders" (aus dem Spiegel-Artikel) ist begleitet von Rassismus. Ins Gedächtnis ruft Praschl die Tatsache, dass der Judenmord in anderen Ländern verheimlicht, in der Ukraine jedoch öffentlich ausgetragen wurde. Dass die Russen sich als Nachfolger der Sowjetunion sehen, ist de facto nicht friedenstiftend. "Eine entschlossene Minderheit sei bereit dafür zu kämpfen, ihr Land in Freiheit zu sehen. Sie möchten gerne so leben wie wir hier in Westeuropa." fährt Praschl fort. "Es gehört viel dazu sich auf den Maidan zu stellen, wo kein Recht besteht, und sich vor Maschinenpistolen zu stellen. Sie sind nicht weggelaufen, sondern stehen geblieben und haben gebetet."

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